PNF – Propriozeptive Neuromuskuläre Faszilitation
Beschreibung
Ziel der PNF-Weiterbildung von 150 Unterrichtseinheiten ist es, folgende Inhalte zu vermitteln: Propriozeptive Neuromuskuläre Faszilitation als gesamtheitliches Konzept. Der gesamte Mensch soll in Beziehung gebracht werden zum aktuellen Geschehen. Grundlage bilden die dreidimensionalen Pattern, bei Bewegungsfolgen als auch in stabilisierender Funktion und die Kenntnis der neurophysiologischen Prinzipien, der unterschiedlichen Reize und Rezeptoren. Über die exakte Befundaufnahme der aktuell möglichen Fähigkeiten, Analyse der beteiligten Strukturen und Funktionen, werden diese in Relation zum physiologischen Bewegungsverhalten und zum Gehen gesetzt und bilden somit die Grundlage für die Behandlungsplanung die sich zusammensetzen kann aus: Mattenprogramm, Gehschulung Extremitätendiagonalen, Rumpf und dessen Anbindung, Atmung, Facio - Oraltraktum nur einige Aspekte zu benennen.
Die Funktionalität steht im Vordergrund. Die therapeutischen Übungen sollen für die Patienten in ihren Aktivitäten im Alltag erkennbar und umsetzbar sein. Anleitung der Patienten zu Eigenübungen und veränderter Selbstwahrnehmung ist wichtig, da nur so eine gute Effizienz der Behandlung gewährleistet werden kann.
Spezifische Techniken und Behandlungsverfahren werden unterrichtet, die der Bewegungsanbahnung dienen.
Das Ziel ist die Verbesserung: der Muskelbalance, der Ausdauer, des Bewegungsausmaßes, der intra- und intermuskulären Koordination, der Kraft, des Körpergefühls.
Die angepasste Kombination von Widerstand und Widerlagerung im Zusammenspiel mit den Techniken machen erst die individuelle und spezifische Behandlung aus. Diese Anwendung des PNF ist in fast allen Behandlungsbereichen möglich, z.B. in der Neurologie bei Lähmungen, Spastik und Schmerz, chirurgisch-orthopädisch, bei Erkrankungen in der Inneren Medizin und aus dem rheumatischen Formenkreis.
Themen
- Das PNF-Konzept nicht bestimmten Krankheitsbildern sondern Symptomen zuzuordnen
- Die genaue Befundaufnahme, Hypothesenstellung und Zielformulierung entsprechend der ICF Begriffe
- Eine große Vielfalt an Behandlungsaspekten zu erarbeiten
- Handlungsplanung und -durchführung für Therapeuten und Patienten zu optimieren
- Mit Testverfahren den Behandlungsverlauf zu dokumentieren
- Letztendlich nicht mehr in Mustern sondern in Funktionen zu denken
Am Ende der Weiterbildung sollen die TeilnehmerInnen in der Lage sein, sowohl durch Auswahl der Ausgangsstellungen und Bewegungsabläufe auf der Matte, der Bank, im Sitz, Stand und in der Fortbewegung, als auch in der Anwendung von Techniken und Behandlungsverfahren eine vom Aufbau her funktionell orientierte Behandlung mit den Grundprinzipien und der Philosophie der PNF durchführen zu können.
Organisatorisches
Grundkurs 100 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten in 2 Teilen theoretische und praktische Einheiten, sowie Patientenbehandlungen und Befunderhebung unter Supervision Patientendemonstration durch die Kursleitung.
Aufbaukurs 50 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten Wiederholung und Vertiefung der Grundkursinhalte, Üben an der Kursleitung, Patientenbehandlungen und Befunderhebung unter Supervision; Patientendemonstration durch die Kursleitung.
Die Weiterbildung schließt mit einer dreiteiligen Prüfung (praktisch, schriftlich, Befund) ab, wodurch die Teilnehmer das von den Spitzenverbänden geforderte qualitätssichernde Zertifikat erlangen.
Fortbildungspunkte grundsätzlich unter Vorbehalt, da auf Spitzenverbandsebene bislang bundesweit keine verbindliche Einigung über die Anerkennung von Kursen getroffen wurde.