Mehrsprachigkeit und Spracherwerb – Bilingualität zwischen Physiologie und Pathologie mit Beachtung der Hörverarbeitung
Inhalt
Spracherwerb bei Bilingualität unterliegt denselben kognitiven, motorischen, sozialen Reifeprozessen wie bei monolingualen Kindern. Höraufmerksamkeit und Hörverarbeitung können entscheidend sein. Bei bilingualen Kindern bleibt es oft unklar, ob auffällige Sprachbefunde tatsächlich ein grundsätzliches Problem der Sprachentwicklung sind oder Deutschmangel vorliegt. Es muss sinnvoll differenziert werden. Unabhängig von der Herkunftssprache ist zu fragen, wie man Sprach- und Hörverarbeitungstests, die primär für monolingual Deutschsprachige konzipiert sind, nützlich einsetzen kann. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Hörverarbeitung. Wir diskutieren, wann bei Bilingualität eine grundlegende Sprachstörung vorliegt, wie z.B. Dyslalien, Dysgrammatismus, AVWS, mutistische Züge usw., oder ob es „nur" Deutschmangel sein kann. Ein Sprachenvergleich exemplarisch von Türkisch/Deutsch, kontrastiv in Phonetik, Phonologie und Grammatik, wird typische Sprachauffälligkeiten im Deutschen erklären. Wo reicht allgemeine Sprachförderung, was ist unbedingt therapiebedürftig? Ressourcenorientiertes Vorgehen in Anamnese und Diagnostik wird besprochen. Dieses Grundlagenwissen wird helfen, die Therapie effektiver zu strukturieren sowie die Elternbeteiligung systemisch-lösungsorientiert zu gestalten.
Seminar-Setting
Wir versorgen Sie mit heißen und kalten Getränken sowie, je nach Veranstaltungszeit, mit einem vegetarischen Mittagsimbiss und süßen Snacks/Obst in den Kaffeepausen.
Zielgruppe
SprachtherapeutInnen/LogopädInnen und SonderpädagogInnen sowie pädagogische Fach- und Lehrkräfte sind willkommen.