Microkinesitherapie Modul B
Kursziel
Modul B vertieft die in Modul A erworbenen Grundlagen der Microkinesitherapie und erweitert die methodischen Fähigkeiten der Teilnehmenden in der Anwendung der Globaltests. Der Fokus liegt auf der differenzierten Analyse verschiedener Belastungsarten sowie auf der präziseren Wahrnehmung und Interpretation feiner Gewebereaktionen.
Die Teilnehmenden lernen, komplexere Zusammenhänge zwischen körperlichen und emotionalen Belastungen, Gewebespannung und Symptomen zu erkennen und therapeutisch einzuordnen. Modul B stärkt damit die Sicherheit in der praktischen Anwendung der Methode und bereitet gezielt auf die weiterführenden Inhalte des Moduls C vor.
Lernziele
- Die in Modul A erlernten Globaltests sicher und differenziert anwenden
- Verschiedene körperliche und emotionale Belastungsarten im Gewebe erkennen und unterscheiden
- Feine Spannungs- und Reaktionsveränderungen im Gewebe präziser wahrnehmen und interpretieren
- Zusammenhänge zwischen Belastungen, Gewebereaktionen und Symptomen differenzierter einordnen
- Gewonnene Informationen therapeutisch sinnvoll verknüpfen und in die Behandlung einbeziehen
- Mehr Sicherheit und Klarheit in der praktischen Anwendung der Microkinesitherapie gewinnen
Lehrplan
Theoretische Inhalte:
- Vertiefung der Grundlagen der Microkinesitherapie
- Wiederholung und Einordnung der Globaltests im therapeutischen Gesamtzusammenhang
- Differenzierung verschiedener körperlicher und emotionaler Belastungsarten
- Zusammenhang zwischen Belastungen, Gewebereaktionen und Symptomentwicklung
- Vertiefung des Konzepts des Körpergedächtnisses
- Bedeutung feiner Spannungs- und Reaktionsveränderungen im therapeutischen Prozess
- Therapeutische Entscheidungsfindung auf Basis der Testergebnisse
Praktische Inhalte:
- Vertiefte Anwendung der Globaltests
- Schulung und Verfeinerung der palpatorischen Wahrnehmung
- Differenzierte Wahrnehmung und Interpretation von Gewebespannungen
- Praktische Übungen zur Zuordnung von Belastungen und Gewebereaktionen
- Anwendung der Methode an komplexeren Fallkonstellationen
- Begleitete Übungssequenzen zur sicheren und klaren Umsetzung im therapeutischen Alltag
- Reflexion der eigenen Wahrnehmung und Vorgehensweise in der Gruppe
Hintergrund
Die Microkinesitherapie ist eine manuelle, besonders sanfte Behandlungsmethode, die den Menschen als Einheit aus Körper, Geist und Seele betrachtet. Sie geht davon aus, dass körperliche und emotionale Belastungen im Körpergedächtnis gespeichert werden und zu funktionellen Blockaden führen können. Durch feine manuelle Impulse werden diese Blockaden aufgespürt und die körpereigenen Selbstregulations- und Selbstheilungskräfte aktiviert. Grundlage der Methode sind Globaltests, die eine systematische Erfassung des Körpers auch bei komplexen Beschwerdebildern ermöglichen. Die Methode wurde in den 1980er-Jahren von den französischen Physiotherapeuten und Osteopathen Daniel Grosjean und Patrice Benini entwickelt und wird nach den Inhalten des Centre de Formation de la Microkinésithérapie (CFM) vermittelt.
Lehrmaterial
Die Teilnehmenden erhalten vor Kursbeginn ein Skript in digitaler Form zur Vorbereitung. Zu Beginn des jeweiligen Moduls wird ergänzendes Kursmaterial in gedruckter Form ausgegeben.
Dozentin
Stefanie Both ist Physiotherapeutin und Heilpraktikerin mit langjähriger therapeutischer Erfahrung und Spezialisierung auf die Microkinesitherapie. Sie ist zertifizierte Microkinesitherapeutin und seit 2021 als Dozentin Degree III nach den Richtlinien des Vereins für Microkinesitherapie e.V. tätig.
Hinweise
Die Grundausbildung in Microkinesitherapie besteht aus zwei Teilen mit jeweils drei Modulen: Teil 1: A-, B- und C-Kurs; Teil 2: NP1-, NP2- und NP3-Kurs. Die Module bauen inhaltlich aufeinander auf. Nach Abschluss eines Teils kann jeweils eine Prüfung abgelegt werden. Die bestandene Prüfung berechtigt zur Aufnahme in das Therapeutenregister des Lizenzgebers.