CMD – Kiefergelenksdysfunktion Kompaktkurs
Beschreibung
Funktionsstörungen im Kausystem wurden früher fast ausschließlich als Folge einer Occlusionsstörung betrachtet. In den letzten Jahren hat sich jedoch herausgestellt, dass auch Störungen im Bewegungsmuster des Unterkiefers multifaktorielle Ursachen haben. Vor Behandlungsbeginn ist eine medizinisch-fachrichtungsübergreifende Diagnostik notwendig.
Im Rahmen der erweiterten Untersuchung werden manuelle Techniken zur Differenzierung von Schmerzen, Einschränkungen, Gelenkgeräuschen und Diskusverlagerungen vermittelt. Die Teilnehmer lernen gewebespezifische Diagnosen sowie kompensatorische und adaptive Phänomene kennen, die in der Therapie eine zentrale Rolle spielen.
Die Befunderhebung wird durch aktive Bewegungen ergänzt, um die Ursache-Folge-Kette zu vervollständigen. Die therapeutischen Möglichkeiten werden im Gesamtbild der Funktionsstörungen besprochen und die krankengymnastische Behandlung theoretisch erläutert und praktisch geübt. Die Teilnehmer erlernen zudem die gebräuchliche Nomenklatur der Zahnmedizin und das Erstellen eines CMD-relevanten Zahnstatus zur Korrespondenz mit Ärzten und Zahnärzten.
Der Kurs vermittelt Grundlagen der funktionellen Anatomie, Neurologie und Physiologie des Kiefergelenks und Kauorgans, unterstützt durch Schädel- und Gebisspräparate sowie Videodemonstrationen. Die Pathophysiologie des Kiefergelenks wird theoretisch erarbeitet, um die Basisuntersuchung und zielgerichtete Behandlung zu ermöglichen.
Manuelle Techniken der Basisuntersuchung werden theoretisch erklärt und praktisch durchgeführt. Die Biomechanik des Kiefergelenks, der Halswirbelsäule und des cerviko-thorakalen Übergangs wird vertieft. Anhand von Patientenbeispielen werden Krankheitsbilder besprochen und praktisch erarbeitet. Das Zusammenspiel von Kiefergelenk, HWS und Gesamtstatik wird als ganzheitliche Denkweise veranschaulicht. Projektionsbeschwerden werden neuroanatomisch analysiert und typische Fehlstellungen vertieft.
Nach dem Kurs sind die Teilnehmer in der Lage, CMD-auslösende Krankheitsbilder mit gezielten physiotherapeutischen, manualtherapeutischen und physikalischen Maßnahmen zu behandeln.