PNF – Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation Modul 1-3
Inhalt dieser Weiterbildung
Die Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation dient der Behandlung von zentralen und peripheren Bewegungsstörungen, orthopädischen degenerativen und traumatologischen Erkrankungen. Sie zielt auf die Förderung und Erleichterung des Bewegungsablaufes durch den Einsatz komplexer Bewegungsmuster und Therapiemethoden, die der ICF folgen und nach dem Clinical Reasoning analysiert werden. Die Körperstrukturen müssen die Funktionsfähigkeiten erfüllen, damit Alltagsaktivitäten an den individuellen Bedürfnissen orientiert angepasst werden können, um die Potentiale des Patienten zu fördern. Das notwendige Feedback wird dabei über die Propriozeptoren gesteuert, die auf Druck und Zug reagieren. Dies ist wichtig für den Schutz der Körperstrukturen und die automatische unbewusste Haltungskontrolle.
Das PNF-Konzept stellt einen therapeutischen Zugang auf allen Ebenen der ICF (Internationale Klassifikation von Funktion der WHO) dar.
Behandlungsindikationen
- Neurodegenerative Erkrankungen wie Hemiplegie, Multiple Sklerose, Parkinson, Ataxie
- Funktionen wie Atmen, Essen und Schlucken bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS)
- Neurotraumatologische Verletzungen, z. B. nach Schädel-Hirn-Trauma
- Gesichtslähmungen bei peripheren und zentralen N.-fazialis-Paresen
- Orthopädisch degenerative Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle, Gelenkarthrosen, Kiefergelenksdysfunktionen
- Traumatologische und chirurgische Knochen-, Band- und Kapselverletzungen
Inhalte der Weiterbildung
- Funktionelle Anatomie, Neuroanatomie und biomechanische Zusammenhänge
- Verständnis der Propriozeptoren und deren Rolle im Schutz und Haltungskontrolle
- Bewegungsanalyse (z. B. Ganganalyse, Rumpf-/Schulter-/Arm-/Handfunktionen)
- Fazilitation des Gehens und Alltagstrainings (Transfers, Treppensteigen)
- Analyse lebenswichtiger Funktionen wie Atmen, Essen und Schlucken
- Clinical Reasoning als Grundlage für adäquate Behandlung und Dokumentation nach ICF-Standards
- Erstellung von Hypothesen und Assessments zur Beurteilung sensomotorischer Defizite
- Patientenbehandlung unter Supervision
Die Weiterbildung basiert auf den Empfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen gemäß § 124 Abs. 4 SGBV. Nach erfolgreichem Abschluss ist die Abrechnung der Position 1f (KG ZNS) mit den Krankenkassen möglich.
Zugangsvoraussetzungen
Mindestens einjährige Vollzeitbeschäftigung im Beruf (ab 15 Std./Woche), Nachweis der Berufsurkunde erforderlich.