Sensorisch-osteopathische Traumatherapie nach Lippold (SOOTH-Therapie)
Inhalt dieser Weiterbildung
Eine Traumatherapie zur Regulation von Körpertraumen. Viele Patienten leiden nach Unfällen, Operationen, medizinischen Eingriffen oder belastenden Diagnosen unter anhaltenden körperlichen Stressreaktionen. Auch chronische Schmerzen, neurologische Erkrankungen, Long-COVID, Herzinfarkt, Notkaiserschnitt oder langanhaltende Belastungssituationen können dazu führen, dass sich traumatische Erfahrungen im Körper festsetzen. Trauma wirkt nicht nur psychisch, es verändert die neurophysiologischen und körperlichen Regulationsprozesse im gesamten Organismus. Spannung, Schutzmuster und Stressreaktionen können sich in Haut, Faszien, Muskulatur, Gelenken, Organfunktionen sowie in Stoffwechsel- und Hormonsystemen manifestieren. Der Traumaforscher Bessel van der Kolk beschreibt diesen Zusammenhang treffend: The Body Keeps the Score – der Körper vergisst kein erfahrenes Trauma.
Diese Fortbildung vermittelt einen integrativen therapeutischen Ansatz, der Körper, Nervensystem, Emotion und Wahrnehmung gemeinsam berücksichtigt. Grundlage sind Erkenntnisse der modernen Traumaforschung, der Neurophysiologie sowie der Polyvagal-Theorie. Im Mittelpunkt stehen körperorientierte Bottom-up-Methoden, die die Selbstregulation des Organismus über Wahrnehmung, Atmung, Bewegung und manuelle Impulse unterstützen. Ergänzend werden auch ausgewählte Top-down-Elemente eingesetzt, etwa über Visualisierung und bewusste Wahrnehmungslenkung (MBSR), um die Integration zwischen Körpererleben und kognitiver Verarbeitung zu fördern. Ziel ist es, blockierte Stressreaktionen zu lösen, physiologische Regulation wiederherzustellen und die innere Balance von Körper, Geist und emotionalem Erleben zu stabilisieren.
Inhalte der Fortbildung
- Theorie: Anatomie und Funktion des ZNS, VNS und der zugehörigen Funktionskreisläufe
- Neurobiologie von Trauma und Stress
- Bedeutung von Körpertrauma für Nervensystems, Strukturen und Körperfunktionen
- Auswirkungen von Trauma auf Gewebe, Faszien und Organfunktionen
- Stressschleifen und chronische Dysregulation im Körper
- Zusammenhang von Körperwahrnehmung, Emotion und physiologischer Regulation
Praxis
- Körperorientierte Traumaanamnese und Befundung
- Atem- und VNS- und Vagusnervtechniken zur Regulation
- Manuelle Haut- und Faszienimpulse aus manualtherapeutischen und osteopathischen Ansätzen
- Somatische Übungen zur Entladung von Stressspannung
- Visualisierung, Havening- und Klopftechniken
- Bewegungs- und Regulationsübungen
- MBSR und Aufmerksamkeit im Therapiealltag
- Selbstregulationsübungen für das Home-Training
- Gruppenarbeit und Praxisaustausch
- Fallbeispiele mit Besprechung und Praxisbezug