Regulation und Entwicklung in den ersten 1.000 Tagen – Ergotherapeutisch verstehen und begleiten
Inhalt dieser Weiterbildung
Die ersten 1.000 Tage sind von schnellen Entwicklungsprozessen und einer hohen Abhängigkeit von verlässlicher Co-Regulation geprägt. Regulationsschwierigkeiten zeigen sich dabei nicht isoliert, sondern in konkreten Alltagssituationen etwa beim Schlafen, Stillen und Essen, bei Körperpflege, Spiel, Übergängen oder Trennungssituationen.
Das Seminar verbindet entwicklungswissenschaftliche Grundlagen mit einer betätigungs- und familienorientierten ergotherapeutischen Perspektive. Die Teilnehmenden lernen, frühe Regulation und Co-Regulation im Zusammenspiel von Nervensystem, sensorischer Verarbeitung, Beziehung, Umwelt und Betätigung einzuordnen, Signale von Belastung, Stabilität und Überforderung strukturiert zu beobachten, ohne normale Entwicklungsvarianten vorschnell zu pathologisieren, alltags- und teilhabeorientierte Befunde zu erheben und gemeinsam mit Eltern konkrete, überprüfbare Ziele zu formulieren, Interventionen auf Ebene von Routinen, Umwelt, Aktivität, Interaktion und elterlicher Handlungssicherheit abzuleiten sowie Warnzeichen und fachliche Grenzen zu erkennen und interprofessionelle Weiterbehandlung gezielt anzubahnen.
Inhalte
- Entwicklung und Regulation von Schwangerschaft bis zum Ende des zweiten Lebensjahres
- Erregungszustände, Stresssignale, Zustandswechsel und sensorische Verarbeitung
- Bedeutung von Motorik, Haltung, oralen Funktionen, Schlaf, Ernährung und Spiel für den Alltag
- Betätigungsprofil, Anamnese, strukturierte Beobachtung und klientenzentrierte Zielarbeit
- Co-Regulation, Rhythmus, Vorhersagbarkeit, Umweltanpassung und Gestaltung tragfähiger Routinen
- Elternberatung ohne Schuldzuweisung: Ressourcenorientierung, Psychoedukation und Alltagstransfer
- Red Flags, Abgrenzung zu medizinischen und psychotherapeutischen Aufgaben sowie interprofessionelle Zusammenarbeit
Methoden
Fachliche Kurzinputs, Fallvignetten, strukturierte Reflexion, Kleingruppenarbeit, Transfer auf eigene Praxisfälle