Viszeral abdominale Therapie im Kontext der Osteopathie
Kursbeschreibung
Auf der Grundlage, dass sich jedes Organ (Viszera) um eine eigene physiologische Achse bewegt, entwickelte der französische Osteopath Jean-Pierre Barral die Viszerale Osteopathie. Anhand seiner embryologischen Entwicklung, ist diese Beweglichkeit notwendig, um gut funktionieren zu können. Bei der osteopathischen Beurteilung gilt sie daher als Parameter der Organdysfunktion. Bestehend aus sehr feinen manuellen Techniken, unterstützt die Viszerale Osteopathie die Wiederherstellung der normalen Mobilität der inneren Organe und deren Bindegewebe.
Ziel der viszeralen Osteopathie ist es die Reflexmechanismen eines Organs wiederherzustellen indem man es mobilisiert. Das heißt, dass man das Organ aus seiner Fehlstellung heraushebt, herauszieht (direkt) oder provokativ die Problematik verstärkt um damit seine Verbindungs- und Ernährungsquellen (Gefäße und Nerven) zu stimulieren (indirekte Techniken). Damit wird die Eigendynamik des jeweiligen Organs wieder aktiviert. Sofern sich noch keine sichtbare Gewebsveränderung stattgefunden hat, ist die Viszerale Osteopathie auf dem Gebiet der funktionellen Störungen erfolgsversprechend – Probleme können oft vollständig beseitigt werden. Die Zweige craniosacral und parietal ergänzen sich hervorragend in der praktischen Anwendung der Viszeralen Osteopathie.
Sie lernen
- die Eigenbewegungen der Organe zu erfühlen und damit sanft zu arbeiten.
- die Einflüsse des Bauchraums auf die Wirbelsäule und auf die gesamte Statik des Körpers
- Organfunktionsstörungen zu behandeln, die Einflüsse der Leber auf die Wirbelsäule und auf das gesamte Funktionieren des Körpers
- dass Gifte, die in der Leber nicht abgebaut wurden, sich im Bindegewebe lagern und Schmerzen erzeugen
- warum ein Dickdarm Rückenschmerzen verursachen kann
- die Somato-Viszeralen Reflexe
- die Wechselwirkung des Körpers auf das Organsystem und die des Organsystems auf den Körper
- Techniken zur Behandlung der Organe und deren Umgebung
- die funktionelle Anatomie
- die ganzheitliche Behandlung
- die Beeinflussung der Gefäßversorgung des viszeralen Nervensystems
- das Hormon Serotonin kennen, das eine Stimmungsaufhellung bewirkt und zum Teil in den enterochromaffinen im Dickdarm gebildet wird
- vieles zum Thema Verdauungsstörungen
Häufige osteopathische Indikationen
- Iliosakralgelenksbeschwerden
- Tinnitus
- Kopfschmerzen
- Extremitätengelenksbeschwerden
- Schulterschmerzen
- Chronische Verdauungsbeschwerden
- Magenschmerzen und Erkrankungen des Magens
- Erkrankungen der Leber
- Gallenproblematiken
- Chronische Blasenentzündung
- Funktionelle Nierenerkrankungen z.B. Stauungsproblematik bei Nierensenkung
- Organsenkungen (Ptosen)
- Lungenleiden (Asthma, Krupp, chronische Bronchitis)
- Allergien, Heuschnupfen
- Allgemeine Immunstimulation
- Chronische Müdigkeit
- Nachsorge nach Operationen (Narbengewebe)
- Chronische organbedingte Rückenbeschwerden
- Lymphatische Stauungen
- Schlecht heilende Wunden
- Hals-, Brust- und Lendenwirbel bzw. Wirbelsäulenbeschwerden
Alle im Kurs erlernten Techniken können Sie sofort in der Praxis einsetzen. Dieser Kurs ist Bestandteil der Osteopathieausbildung am College für Osteopathie (CFO).