Kognitive Dysphasien – Einteilung, Diagnostik und Therapie
Stärker in der Praxis: Mehr Sicherheit bei “unklaren” Sprachstörungen
Wenn du in der Sprachtherapie, Neurorehabilitation oder im pädagogischen Kontext mit Menschen arbeitest, die “irgendwie sprachlich auffällig” sind, aber nicht in das Schema einer klassischen Aphasie passen, ist dieses Seminar genau für dich gemacht. Du gewinnst mehr Sicherheit darin, Kognitive Dysphasien zu erkennen, klar von aphasischen Störungen abzugrenzen und darauf aufbauend fundierte, alltagsnahe Therapieziele zu formulieren.
Warum Kognitive Dysphasien für deine Arbeit so wichtig sind
In vielen klinischen und ambulanten Settings triffst du auf Patient:innen mit Hirnschädigungen, Demenzen oder Aufmerksamkeits- und Gedächtnisproblemen, deren Sprache zwar formal weitgehend erhalten wirkt, die aber im Alltag massiv in ihrer Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt sind. Genau hier setzen Kognitive Dysphasien an: Es geht um sprachliche Beeinträchtigungen, die primär durch Störungen von Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen oder Wahrnehmung entstehen – und deshalb andere diagnostische Überlegungen und Therapieansätze brauchen als klassische Aphasien.
Dein Nutzen: Störungen erkennen, einordnen, sicher behandeln
In diesem Seminar lernst du, typische Symptome Kognitiver Dysphasien zu erkennen, sie voneinander zu unterscheiden und gegenüber aphasischen Störungsbildern abzugrenzen. Du bekommst Beispiele aus der Praxis, Fallvignetten und Anhaltspunkte, wie du deine Beobachtungen systematisch erfasst und daraus eine schlüssige Diagnose ableitest. So kannst du künftig schneller entscheiden, ob du vor allem an sprachsystemischen Störungen oder eher an kognitiv bedingten Sprachproblemen arbeiten musst – und entsprechend deine Behandlung planen.
Kerninhalte: Einteilung, Diagnostik, Abgrenzung und Therapieplanung
Im Mittelpunkt steht eine praxisnahe Einteilung Kognitiver Dysphasien – zum einen hinsichtlich beeinträchtigter Aufmerksamkeits-, Gedächtnis-, Wahrnehmungs- und Exekutivfunktionen, zum anderen im Hinblick auf häufig vorkommende neurologische Erkrankungen. Diese Einteilung soll dir helfen, Symptome zu strukturieren und Störungsbilder im klinischen Alltag greifbar zu machen. Du lernst geeignete diagnostische Vorgehensweisen kennen – von Anamnese und Beobachtung über standardisierte und halbstandardisierte Verfahren bis hin zu Screenings – und übst, daraus differenzierte Befunde abzuleiten.
Aphasie oder Kognitive Dysphasie? Klarer werden in der Differenzialdiagnostik
Ein Schwerpunkt liegt auf der Abgrenzung zu aphasischen Störungen: Du erfährst, welche Merkmale eher für eine Aphasie sprechen, wann eine Kognitive Dysphasie im Vordergrund steht und wie Mischbilder eingeschätzt werden können. Anhand typischer Symptome (z. B. Probleme beim Themenhalten, Planen von Äußerungen, Merken von Informationen oder flexiblen Perspektivwechseln) entwickelst du Kriterien, um deine Einschätzung im Team sicher zu vertreten.
Von der Diagnose zum Ziel: realistische Therapieziele und Methoden
Auf dieser Basis erarbeitest du realistische therapeutische Ziele – sowohl defizitorientiert (z. B. Verbesserung von Aufmerksamkeitsleistungen, Handlungsplanung und kognitiver Flexibilität) als auch kompetenzorientiert (Ressourcen nutzen und Kompensationsstrategien aufbauen). Du erhältst konkrete Methoden und Materialien an die Hand, um Therapieeinheiten strukturiert zu planen, kognitive Voraussetzungen für die Kommunikation gezielt anzubahnen und sprachliche Anforderungen an die jeweilige Belastbarkeit anzupassen.
Für wen dieses Seminar besonders wertvoll ist
Das Seminar richtet sich an Logopäd:innen, Sprachtherapeut:innen, akademische Sprachtherapeut:innen, Sprechwissenschaftler:innen sowie andere Therapeut:innen, die im neurologischen, geriatrischen oder psychiatrischen Bereich arbeiten. Auch Fachkräfte, die mit Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen oder demenziellen Erkrankungen zu tun haben und deren Kommunikationsverhalten besser einordnen möchten, profitieren von den Inhalten.
Typische Herausforderungen aus deinem Alltag im Fokus
Besonders wertvoll ist das Seminar für dich, wenn du häufig Patient:innen betreust, die “keine klassische Aphasie” haben, unsicher bist, wie du ihre Störung benennen, einordnen und dokumentieren sollst, dir mehr Struktur für Befunderhebung, Zielsetzung und Therapieplanung wünschst und dein Repertoire an kognitiv orientierten Sprachtherapie-Methoden erweitern möchtest.
Deine Dozentin: ausgewiesene Expertin für Kognitive Dysphasien
Dr. phil. Maria-Dorothea Heidler ist Diplom-Sprechwissenschaftlerin, Fachtherapeutin für Kognitives Training und Buchautorin zum Thema Kognitive Dysphasien. Sie gilt im deutschsprachigen Raum als ausgewiesene Expertin für Einteilung, Diagnostik und Therapie dieser Störungsbilder und verbindet wissenschaftliche Fundierung mit langjähriger klinischer Erfahrung.
Praxisnah lernen: Methoden, Fälle, direkte Umsetzung in deinen Alltag
Im Seminar legt sie großen Wert auf Praxisbezug: Du arbeitest mit Fallbeispielen, diskutierst typische Herausforderungen aus deinem Berufsalltag und erhältst konkrete, sofort umsetzbare Anregungen für Diagnostik und Therapie. So nimmst du nicht nur theoretisches Wissen mit, sondern vor allem Handlungssicherheit für die Arbeit mit deinen Patient:innen, die an Kognitiven Dysphasien leiden – auch dann, wenn ihre Probleme auf den ersten Blick “unscheinbar” wirken.