Sekretmanagement bei ALS – Praxis-Workshop
Warum Sekretmanagement bei ALS so wichtig ist
Bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS) schwächt die fortschreitende Muskelatrophie die Atem- und Hustenmuskulatur, was zu Sekretstau führt. Zusätzlich kann vermehrter Speichelfluss (Sialorrhoe) durch Schluckstörungen das Problem verstärken. Mit Fortschreiten der ALS kommt es häufig zu Problemen bei der Sekretmobilisation, einer verminderten Hustenkraft und damit zu respiratorischen und dysphagiologischen Komplikationen. Logopädie und Atemphysiotherapie spielen eine zentrale Rolle: Sie trainieren Atemwahrnehmung, Hustenstöße und orofaciale Muskulatur, immer unter Vermeidung von Überlastung. Im Seminar erfährst du, welche Funktion Sekretion bei gesunden Menschen hat, welche Risiken aus einem insuffizienten Sekretmanagement entstehen (z. B. Aspirationspneumonie, Atelektasen, Infektionen) und welche therapeutischen Möglichkeiten dir in der Praxis zur Verfügung stehen.
Inhalte des Workshops
- Atmung, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie der Atemwege bei ALS
- Husten, Hustenreflex und Hustentechniken (manuell)
- Therapeutische Unterstützung der Sekretmobilisation: Lagerung, manuelle Techniken
- Hilfsmittel im Sekretmanagement: Cough-Assist (mechanische Hustenassistenz) und The Vest (Hochfrequenz-Brustwandkompression)
- Absaugen in der Praxis: Geräte- und Materialkunde, Absaugen am Phantom sowie transnasales Absaugen als Selbsterfahrung
- Umgang mit Komplikationen und Notfallmanagement
- Rechtliche Aspekte: Was dürfen Therapeut*innen beim Absaugen, bei Hustenassistenz und im Notfall – und wo sind die Grenzen?
Zielgruppe
Der Workshop richtet sich an Therapeutinnen, die mit Menschen mit ALS oder anderen neuromuskulären Erkrankungen arbeiten und ihr Wissen im Sekretmanagement vertiefen möchten. Besonders geeignet für Fachkräfte mit Erfahrung in der Behandlung von Atem- oder Schluckstörungen.
Dozent
Ulrich Birkmann, Diplom-Sprachheilpädagoge und staatlich anerkannter Rettungsassistent, Experte für Dysphagie und ALS mit langjähriger klinischer Erfahrung und umfangreicher Lehrtätigkeit.