Sexualität im therapeutischen Kontext
Inhalt dieser Weiterbildung
Sexualität ist ein wesentlicher Bestandteil von Lebensqualität, Körperwahrnehmung und Identität. Gleichzeitig ist sie eines der Themen, die im therapeutischen Alltag kaum angesprochen werden, selbst dann nicht, wenn Erkrankungen, Schmerzen oder funktionelle Einschränkungen das sexuelle Erleben deutlich beeinflussen. Physio- und Ergotherapeuten behandeln täglich Menschen mit chronischen Schmerzen, neurologischen Erkrankungen, gynäkologischen Beschwerden, Beckenbodenproblemen, postoperativen Einschränkungen oder stressassoziierten Symptomen. In vielen dieser Fälle spielt Sexualität eine zentrale Rolle, bleibt jedoch aus Unsicherheit, Scham oder fehlender Ausbildung unausgesprochen. Diese Fortbildung schließt genau diese Lücke.
Ziel der Fortbildung
Die Fortbildung Sexualität im therapeutischen Kontext vermittelt Therapeutinnen und Therapeuten die fachliche, kommunikative und innere Sicherheit, Sexualität als selbstverständlichen Teil von Gesundheit und Therapie zu verstehen und professionell zu thematisieren – ohne Angst, ohne Wertung und klar abgegrenzt von Sexualberatung oder Sexualbegleitung. Im Mittelpunkt steht nicht Sexualität als Technik, sondern Sexualität als Teil von Körperfunktion, Nervensystem, Schmerzverarbeitung, Beziehung und Selbstbild.
Inhalte
- Krankheitsbilder, die in Physio- und Ergotherapie häufig vorkommen, deren Einfluss auf Sexualität jedoch selten thematisiert wird: chronische Schmerzsyndrome (z. B. Rücken, Nacken, Fibromyalgie, Becken), Beckenboden- und urogenitale Beschwerden, Endometriose und gynäkologische Erkrankungen, neurologische Erkrankungen (z. B. MS, Schlaganfall, Parkinson), psychosomatische und stressassoziierte Störungen, postoperative und onkologische Erkrankungen
- Fundierte Inhalte zu neurophysiologischen Grundlagen von Erregung, Schmerz und Regulation, Scham, Angst und Tabuisierung im therapeutischen Kontext, Kommunikation über Sexualität in Anamnese und Therapie, professioneller Nähe, Konsens und klarer Abgrenzung, therapeutischer Verantwortung und Weiterverweisung
Für wen ist diese Fortbildung geeignet?
Sie ist besonders geeignet für Therapeutinnen und Therapeuten, die häufig mit chronischen, komplexen oder psychosomatischen Beschwerden arbeiten, ihre Kommunikation mit Patienten vertiefen möchten, mehr Sicherheit im Umgang mit sensiblen Themen gewinnen wollen und ihre therapeutische Kompetenz ganzheitlich erweitern möchten.
Weiterführende Informationen
Zusätzlich erhalten die Teilnehmenden noch einmal eine Zusammenfassung aller Inhalte für die persönliche Wiederholung und Vertiefung online zur Verfügung gestellt.