Phänomen Neglect mit Exkurs zur Hemianopsie
Kursziel
Das Seminar vermittelt fundierte Kenntnisse zu den Störungsbildern Neglect und Hemianopsie und deren Bedeutung für die Handlungsfähigkeit und Teilhabe betroffener PatientInnen. Die Teilnehmenden erhalten ein vertieftes Verständnis der neurophysiologischen und neuropsychologischen Grundlagen und lernen, diese Störungen im klinischen Alltag sicher zu erkennen, einzuordnen und voneinander abzugrenzen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf praxisnahen diagnostischen Verfahren sowie auf der Ableitung betätigungs- und alltagsorientierter ergotherapeutischer Interventionsmöglichkeiten, angepasst an Art und Schweregrad der Einschränkungen.
Lernziel
- Verstehen und Erläutern der neurophysiologischen und neuropsychologischen Grundlagen von Neglect und Gesichtsfeldeinschränkungen
- Sicheres Unterscheiden verschiedener Formen des Neglects sowie Hemianopsien und differentialdiagnostische Abgrenzung
- Anwendung einfacher, praxisnaher diagnostischer Verfahren im klinischen Alltag
- Realistische Einschätzung der Auswirkungen auf Alltag, Handlungskompetenz und Teilhabe
- Auswahl und Umsetzung betätigungs- und alltagsorientierter ergotherapeutischer Interventionsansätze
Hintergrund
Neglect und Gesichtsfeldeinschränkungen sind häufige Folgen neurologischer Schädigungen wie Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma. Diese Störungsbilder beeinträchtigen Orientierung, Wahrnehmung, Handlungsplanung und Alltagsbewältigung und stellen eine große Herausforderung für die Rehabilitation dar. Das Seminar vermittelt aktuelle Konzepte und Behandlungsansätze praxisnah für den therapeutischen Alltag.
Lehrplan
Theoretische Inhalte:
- Neurophysiologische und neuropsychologische Grundlagen von Neglect und Hemianopsie
- Erklärungsmodelle und Entstehungsmechanismen
- Formen des Neglects und Gesichtsfeldeinschränkungen
- Differentialdiagnostische Abgrenzung zu anderen Störungsbildern
- Auswirkungen auf Handlungskompetenz, Alltag und Teilhabe
Praktische Inhalte:
- Einführung in leicht durchführbare diagnostische Verfahren
- Analyse von Fallbeispielen anhand von Video-Darstellungen
- Ableitung betätigungs- und alltagsorientierter ergotherapeutischer Behandlungsansätze
- Auswahl geeigneter Interventionen je nach Schweregrad
- Übertragung der Inhalte in den eigenen therapeutischen Arbeitsalltag
Dozent
Ralf Lehnguth, Ergotherapeut mit langjähriger Erfahrung im ambulanten neurologischen Bereich, Dozent an der Fachschule für Ergotherapie Karlsruhe mit Schwerpunkt neurophysiologische und neuropsychologische Behandlungsverfahren, Fortbildungsreferent, spezialisiert auf neurologisch bedingte Sehstörungen, Neglect und Hemianopsie.
Hinweis
Diesen Kurs führen wir zusammen mit unserem Kooperationspartner DVE Deutscher Verband Ergotherapie durch.