Traumasensibles Yoga mit Kindern
Inhalt dieser Weiterbildung
Wenn Kinder durch belastende oder traumatische Erfahrungen aus dem Gleichgewicht geraten, zeigt sich dies häufig in Form von innerer Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Rückzug, auffälligem Verhalten, Regulationsproblemen oder körperlicher Anspannung. Besonders bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen, neurologischen oder psychosomatischen Erkrankungen, Bindungs- und Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS, Autismus-Spektrum-Störungen, Koordinationsstörungen, Sprachentwicklungsstörungen oder nach belastenden Lebensereignissen spielt die Fähigkeit zur Selbstregulation eine zentrale Rolle im therapeutischen Alltag.
Traumasensibles Yoga bietet hier einen wirkungsvollen, körperorientierten Ansatz, der sich ergänzend in der Ergo-, Physio- und Logopädie einsetzen lässt. Durch achtsame, spielerische Körper-, Atem- und Wahrnehmungsübungen erleben Kinder Sicherheit, kommen wieder in Kontakt mit sich selbst und lernen, ihren Körper, ihre Gefühle und ihr Stressniveau besser wahrzunehmen und zu regulieren. Über Co-Regulation und eine sichere therapeutische Beziehung entwickeln sie Schritt für Schritt Selbstwirksamkeit, Vertrauen und innere Stabilität.
Für Ergotherapeuten eröffnet die Fortbildung insbesondere Möglichkeiten zur Förderung von Körperwahrnehmung, Handlungskompetenz, Aufmerksamkeit, emotionaler Regulation und sensorischer Integration. Physiotherapeuten profitieren von körperorientierten Zugängen zur Spannungsregulation, Atmung, Haltung, Bewegungskoordination und dem Aufbau von Sicherheit im Körpererleben. Für Logopäden ergeben sich wertvolle Ansätze im Bereich Atmung, Körperspannung, Selbstregulation, Kommunikationsfähigkeit und Beziehungsaufbau insbesondere bei Kindern mit erhöhtem Stress- oder Unsicherheitsniveau.
Ziele
Du erwirbst ein fundiertes theoretisches Wissen zu Trauma, Stressphysiologie und kindlicher Entwicklung sowie praxisnahe Kompetenzen, um Yoga traumasensibel, sicher und ressourcenorientiert mit Kindern anzuleiten. Die Inhalte lassen sich sowohl im Einzelsetting als auch in Gruppenangeboten umsetzen und können therapeutische Prozesse sinnvoll ergänzen. Im Mittelpunkt stehen dabei Regulation, Beziehungsgestaltung, Ressourcenaufbau und die Schaffung eines sicheren Rahmens als Grundlage für Entwicklung, Lernen, Teilhabe und therapeutischen Erfolg.
Inhalte
- Grundlagen der Psychotraumatologie bei Kindern
- zentrale Aspekte der Neurobiologie von Trauma
- Polyvagaltheorie praxisnah anwenden
- traumabezogene Verhaltensweisen bei Kindern
- Bindung und Beziehung
- Co-Regulation und Selbstregulation
- körperorientierte Interventionen
- individuellen Ressourcen- und Notfallkoffer
- kindgerechtes, traumasensibles Yoga